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Thomas Ulrich Fotografierender Abenteurer und Abenteuerfotograf mit Humor
Seit Herbst 2002 ist Thomas Ulrich auch dem Schweizer Fernsehpublikum bekannt. FĂĽr einen Dokumentarfilm filmte er zwei Bergsteiger, die in alter
Ausrüstung durch die Eigernordwand stiegen. Der 37-jährige Berner Oberländer gehört seit Jahren zu den weltbesten Alpin-Fotografen. Im Auftrag des National Geographic Magazins überquerte er das
patagonische Inlandeis und schaffte die erste Winterbesteigung des Cerro Torre. Seine Fotografien und Filme wurden mehrmals ausgezeichnet. Erstmals zeigt Ulrich jetzt eine gross angelegte Film- und
Diareportage in der Schweiz und erzählt dazu live mit dem für ihn typischen Humor von seinen Abenteuern.
Expeditionen nach Patagonien und Grönland 1988 unternahm Thomas eine erste Expedition nach Patagonien, einem für
seine extremen Witterungsverhältnisse bekanntem Gebiet. Patagonien zog ihn sofort in seinen Bann: Seither hat er es bereits weitere sechs Male besucht. Dort gelang ihm mit Stephan Siegrist 1996 die Besteigung des
Cerro Torre ĂĽber die Kompressorroute und 1999 die erste Winterbegehung, wiederum mit Stephan Siegrist sowie Greg Crouch und David Fasel. Die Bilder und Geschichte dieser Aufsehen erregenden Expedition fanden im
März 2000 Eingang in das renommierte Magazin „National Geographic“ – und sie sind auch ein wichtiger Bestandteil seiner Dia- und Film-Reportage.
1997 unternahm Thomas Ulrich eine Kayak- und Kletterexpedition nach Grönland mit deutschen Spitzenkletterern, darunter Stefan Glowacz und
Kurt Albert. Dem Team gelang die Zweitbesteigung des Tupilak, eines markanten Granitbergs, und Thomas sammelte bei dieser Expedition zudem viel Erfahrung im Eis und Wasser des hohen Nordens – ein
Naturraum, der ihn ganz besonders fasziniert.
Von den Fotos zum Film
Parallel zu seiner Entwicklung als
Bergsteiger und Abenteurer baute Thomas Ulrich autodidaktisch seine Laufbahn als Adventure- und Outdoor-Fotograf auf. Heute ist er weltweit als einer der fĂĽhrenden Fotografen in diesem Gebiet bekannt.
Das beweisen Publikationen in verschiedensten Magazinen von Amerika über Europa bis nach Japan. In den letzten Jahren betätigte sich Thomas Ulrich vermehrt auch als Kameramann und Filmemacher, zum
Teil im Auftrag für das Schweizer Fernsehen. Sein erster Kurzfilm über die Begehung eines „Big Walls im kalifornischen Yosemite, im Jahr 2000 gewann einen Preis am Bergfilmfestival von Trento und
gelangte in das Finale des bedeutendsten Festivals dieser Art von Banff in Kanada.
Der zweite Film „Cerro Torre – sie wollen ihn nicht verstehen“ stiess im In-
und Ausland auf grosses Interesse und gewann am Bergfilmfestival von Cervinia, Italien, den 1. Preis in der Kategorie Alpinismus. Gerade dieser
Film zeigt, wie wichtig Thomas Ulrich nicht nur das Bergsteigen an sich, sondern auch die Freude am Unterwegssein und die Kameradschaft ist.
Die gleiche Auszeichnung gewann der Film „Eiger Nordwand – Auf den
Spuren der Erstbesteiger“ gleich an zwei renommierten Bergfestivals (Banff, Kanada, und Graz, Österreich). In diesem Dokumentarfilm setzte Thomas
Ulrich seine Idee um, die Eiger-Nordwand in möglichst authentischer Ausrüstung der Erstbegeher der Heckmair-Route von 1938 durchklettern zu lassen und diese Begehung mit Film und Fotos zu dokumentieren. Durch
den dabei entstandenen Film wurde Thomas vielen Fernsehzuschauern ein Begriff.
Everest: gute Kontakte mit den Einheimischen 2003 war fĂĽr Thomas Ulrich ein besonders ereignisreiches Jahr: Nachdem
er im FrĂĽhling fĂĽr das Schweizer Fernsehen am Everest gefilmt hatte und dabei bis auf 8600 Meter aufgestiegen war, reiste er im Herbst wieder nach
Patagonien. Doch erzählen wir zuerst vom Everest: Als die Anfrage des Schweizer Fernsehens SF DRS kam, ob Thomas Ulrich als Kameramann an einer Expedition zum Everest teilnehmen würde, war er erst hin- und
hergerissen: Einerseits lockte die Herausforderung, am Dach der Welt unterwegs zu sein – und dies im Jahr des fünfzigsten Jubiläums der Erstbesteigung von 1953 durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay Sherpa
–, anderseits war da auch die Skepsis, wie es an diesem Berg zu- und hergehen würde. Viele Expeditionen waren für diese Saison angemeldet, Rummel und Kommerz waren mehr oder weniger programmiert.
Schliesslich sagte Thomas zu; seine Aufnahmen fanden Eingang in sieben halbstĂĽndigen Sendungen des Schweizer Fernsehens, die nach der
Expedition zu bester Sendezeit jeweils am Sonntagabend ausgestrahlt wurden. Die Sendung unter der Leitung von Otto C. Honegger war als „Doku-Soap“, als dokumentarische Serie mit einem einfachen Konzept
angelegt: Man wählte aus der Gruppe der Bergsteiger ein paar aus und begleitete sie zum Everest, beginnend bei den Vorbereitungen daheim, bei der Abreise, der Anreise zum Berg und am Berg selbst. Die Protagonisten
waren Teilnehmer der von Kari Kobler geleiteten Expedition auf die Nordseite des Everest sowie der Expeditionsleiter selbst.
Das Gipfelteam der Gruppe – inklusive Thomas – kehrte nach langen
Wochen des Akklimatisierens und des Wartens am 22. Mai 2003 auf 8600 Meter wenig unter dem Gipfel um. FĂĽr Thomas war die Auftragsarbeit dennoch eine gute Erfahrung, bei der er viel lernte; das Filmen in grosser
Höhe verlangte wieder andere Fertigkeiten und war körperlich und psychisch eine Herausforderung.
Zudem war diese Reise fĂĽr Thomas der erste Aufenthalt im Himalaya, ein
Naturraum, den er sicherlich wieder bereisen wird. Die Kontakte mit den Einheimischen in Tibet – zum Beispiel mit den Yaktreibern – taten es ihm besonders an. Davon zeugen seine Fotos, die er abgesehen von den
Filmaufnahmen heimbrachte. Besonders wichtig war ihm bei seinem Auftrag am Everest, die Arbeit der Einheimischen ins richtige Licht zu rĂĽcken; gleich wie er bei seinen Expeditionen nach Patagonien eine enge
Beziehung zu Gauchos und Fischern entwickelte.
Und wieder Patagonien: das Inlandeis
Wenige Woche, nachdem er vom Everest zurückgekehrt war, reiste Thomas wieder ab – einmal mehr nach Patagonien: Ziel war dieses Mal die
erste vollständige Durchquerung ohne Fremdhilfe des Hielo Continental Sur, des Südlichen Patagonischen Inlandeises, zusammen mit dem norwegischen Abenteurer und Eisspezialisten Boerge Ousland. Ein Jahr
zuvor hatte das Zweierteam bereits die Möglichkeit einer solchen Durchquerung erkundet. In 54 Tagen schafften Ulrich und Ousland die Traversierung des grossen Eises – erstmals ganz ohne Unterstützung von
aussen oder zuvor angelegte Depots.
Der Spass an der Sache steht im Vordergrund Dieser herausragende Erfolg in einer der grössten Eiswüsten der Welt hat Thomas Ulrich für weitere Projekte in Arktis und Antarktis motiviert.
Inzwischen hat er bereits den Nordpol ausgekundschaftet… Die Zukunft wird zeigen, was aus den Ideen und der Lust am Abenteuer des Berner Oberländers noch alles entstehen wird. Die Betrachter können sich
einstweilen an seinen Aufnahmen aus grossartigen Naturräumen erfreuen: Erstmals hat Thomas seine beeindruckenden Grenzerfahrungen in Fels und Eis in einer 100-minütigen Reportage zusammengefasst. Dias und
Filmausschnitte entführen den Zuschauer an die Plätze, wo Thomas Ulrich seine Abenteuer erlebt. Neben den Sportlern stehen die Einheimischen im
Rampenlicht – und der Spass an der Sache. Mit viel Humor erzählt Thomas Ulrich, der seine faszinierenden Bilder live kommentiert, von den Hoch und
Tiefs in seiner Karriere, von seinen Erfolgen und Misserfolgen und seinem Traum, immer wieder Grenzen zu sprengen.
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