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NP Unteres Odertal

Einmalige Auenlandschaft in der Uckermark

In der Uckermark, knapp zwei Stunden von Berlin entfernt, liegt der 1995 gegründete Nationalpark. Er umfaßt auf einer Länge von 60 Kilometern das ganze untere Odertal von Hohensaaten bis nach Stettin (Szczecin). Auf deutscher Seite besteht der Nationalpark aus der bis zu vier Kilometer breiten von Altarmen durchzogenen Flußaue, wertvollen Wäldern und blütenreichen Trockenrasen an den Oderhängen.

Es ist normal, das zwischen November und April Tausende Hektar des Nationalparks überflutet werden. Mit Hilfe eines seit über hundert Jahren existierenden Poldersystems nach holländischem Vorbild, wird der Wasserstand reguliert. Auf diesen riesigen Flächen kann sich das Hochwasser verteilen, ohne Schaden anzurichten. Die Flußaue wirkt darüber hinaus wie eine biologische Kläranlage und reinigt das Oderwasser zum Nulltarif. Während des Vogelzuges sammeln sich in dieser einmaligen Landschaft bis zu einhundertfünfzigtausend Gänse, Enten, Schwäne und Tausende von Kranichen.



Viele seltene Tier- und Pflanzenarten

Über 120 Vogelarten brüten im Nationalpark, 268 Pflanzenarten wurden gezählt, weiterhin viele Amphibien-, Fisch- und Säugetierarten. Darunter vom Aussterben bedrohte Arten wie der Wachtelkönig, See- und Fischadler, Schwarzstorch und Kranich. Bei den Pflanzen sind es unter anderem das Frühlings-Adonisröschen, die Sibirische Glockenblume und das Dreizähnige Knabenkraut, die dem Gebiet seine herausragende Bedeutung verleihen. Das untere Odertal gehört damit zu den artenreichsten Lebensräumen Deutschlands.

Und weil auf polnischer Seite nochmals fast 6000 Hektar wertvollster Flußauenlandschaft dazukommen, wurde das Naturschutzprojekt “Untere Oder” von Anfang an als “Internationalpark” angelegt. In den polnischen Gebieten des Nationalparkes hat sich seit dem Krieg eine einzigartige und vom Menschen unbeeinflußte Renaturierung vollzogen.

Zu allen Jahreszeiten ist der Nationalpark ein Erlebnis. Ich bin im Winter bei minus 16 Grad über die zugefrorenen Polder gelaufen, begleitet von den Rufen der Zwergschwäne und Gänse. An der vollständig zugefrorenen Oder war ich erstaunt über den eigenartigen Anblick, den ein erstarrter breiter Fluß bietet. Ich habe erlebt, wie im April das Hochwasser langsam schwindet und Tausende von Sumpfdotterblumen erblühen.

Dann kommt der Sommer mit seiner Wärme, seinem Blütenreichtum. Und natürlich ist der Herbst mit seinen zahllosen Gänsen und Kranichen ein Erlebnis. Im Oktober spiegeln sich die prächtig gefärbten Laubbäume am Ufer im dunklen Wasser des schnell dahinfließenden Stromes. Stimmungsvoll liegt dann Nebel über der Flußaue, der vom Sonnenlicht fotogen durchbrochen wird. Der Nationalpark bietet zu jeder Jahreszeit schöne Naturerlebnisse und Fotomotive.



Ruhe und weiter Himmel

Bevorzugtes Verkehrsmittel für Touren durch den Nationalpark ist das Fahrrad. Auf den Wegen und Deichen im Poldergebiet kann die ganze Familie so nebenbei etwas für die Fitness tun und die Natur genießen. Die kilometerlangen Wege führen im Sommer vorbei an mit Seerosen bedeckten Altwässern und Auwaldgebieten. Irgendwann erreicht man die Oder blickt hinüber zu kleinen polnischen Siedlungen und genießt die einmalige Ruhe und den weiten Himmel. Für die Besucher des Nationalparks werden auch Kutschfahrten und je nach Jahreszeit geführte Exkursionen zu verschiedenen Themen angeboten.

Die einzigartige Auenlandschaft ist eine Chance für die von hoher Arbeitslosigkeit gekennzeichnete Uckermark. Natürlich erhofft man sich durch den Nationalpark auch steigende Besucherzahlen für die Region. Die besondere Attraktivität der Landschaft spricht sich immer mehr herum. Man sollte ruhig einmal mehrere Tage für die Nationalparkregion einplanen. Zützen und das nahe Criewen, kurz vor den Toren der Stadt Schwedt, sind zum Beispiel ideale Ausgangspunkte für einen Besuch des Nationalparks.

Die Fremdenverkehrsbüros vermitteln gerne Zimmer bei Privatleuten oder in Hotels und Pensionen. Für mehrtägige Aufenthalte bieten sich Herbergen, wie das kleine Landhotel “Zum Winkel” in Zützen an. Hier kann man sich auch mit typischen regionalen Gerichten, wie Oderfisch nach Zützener Art verwöhnen lassen. Zu den Sehenswürdigkeiten des benachbarten hübschen uckermärkischen Dorfes Criewen gehört neben einer kleinen Feldsteinkirche aus dem 14.Jahrhundert, typischen Bauern- und Fischerhäusern auch ein historischer Lenne-Park.

Weitere Infos

www.unteres-odertal.de

nationalpark-unteres-odertal.de

nationalpark-unteres-odertal.eu

www.criewen.de