Die Schorfheide
Sonnenaufgang am Pinnowsee - Schorfheide
Die Schorfheide
Im Norden Berlins, etwa eine Autostunde vom Stadtzentrum entfernt, liegt die Schorfheide. Sie gehört seit 1990 zum 129.000 Hektar großen brandenburgischen Biosphärenreservat "Schorfheide-Chorin", Die Schorfheide ist eines der größten geschlossenen Waldgebiete Deutschlands. Mit 28 Einwohnern/Quadratkilometer ist das Gebiet eines der am dünnsten besiedelten der Bundesrepublik
Beeindruckend ist die Naturausstattung der Region, mit rund 240 Seen, 2000 Mooren, ausgedehnten Wäldern, Wiesen und Äckern. Bedrohte Pflanzen- und Insektenarten existieren dort noch. 148 Vogelarten wurden gezählt, darunter bedrohte wie See- und Schreiadler, Fischadler, Schwarzstorch und Kranich. Herausragend ist auch das Vorkommen von Bibern und Fischottern..
Auf reizvollen und abwechslungsreichen Wanderwegen kann man die Natur der Schorfheide kennen lernen und stundenlang durch einsame Waldgebieten streifen. Vorbei an idyllischen Seen, Mooren und Wiesen. Von einigen Hügeln aus, wie zum Beispiel vom Rummelsberg beim Dorf Brodowin, kann man die landschaftlichen Schönheiten der Region genießen. Umfangreiche Informationen erhält der Besucher im Info-Zentrum Blumberger Mühle bei Angermünde. In der Teichlandschaft der ehemaligen Fischzuchtanlage lassen sich auch viele interessante Vogelarten beobachten. (Tip: Der Nationalpark "Unteres Odertal" ist nur wenige Kilometer entfernt).
Elch im Wildpark Schorfheide
Wildpark in Groß Schönebeck
Für Fotografen und Tierfreunde ist der Wildpark Schorfheide bei Groß Schönebeck eine gute Adresse. In kurzer Zeit hat sich dieser besondere Wildpark zu einer beliebten Einrichtung in der Region entwickelt. Auf einer Fläche von mehr als 88 Hektar können heimische oder ehemals heimische Tiere in naturnahen Großgehegen in der typischen Schorfheidelandschaft beobachtet werden. Wisent, Elche, Wölfe, Schwarzwild, Rotwild, Muffelwild, Fischotter und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen werden gehalten.
Eine Ausnahme bilden die Przewalski-Wildpferde. Diese asiatischen Urwildpferde sind in freier Wildbahn fast ausgestorben. Im Rahmen eines Europäischen Erhaltungsprojektes bemühen sich Fachleute seit Jahren um die Zucht dieser Tiere. Im Jahr 1997 erhielt der Wildpark einen Hengst für seine Stuten und konnte sich seitdem über regelmäßigen Nachwuchs freuen.
Eine Besonderheit im Wildpark Schorfheide war lange Zeit eine Lebensgemeinschaft von Wisent und Rotwild. Ein Rotwildpaar wechselte mehrmals selbständig und freiwillig aus seinem eigenen Gehege in das Gehege der Wisente. Man ließ die Tiere gewähren und so konnten die Besucher eine nicht alltägliche Lebensgemeinschaft zweier Tierarten beobachten.
Seit April 1998 sind wieder Wölfe heimisch in Brandenburg. Zumindest im Gehege. Acht Tiere haben sich in ihrer großen Anlage im Wildpark gut eingelebt. Oft geistern übrigens auch Meldungen von aus Polen nach Brandenburg eingewanderten Wölfen und Elchen durch die Presse.
In der Schorfheide
Der Wildpark Schorfheide ist kein Zoo im bekannten Sinn. Vor allem die überwiegend riesigen Gehege lassen den Tieren erfreulich viel Raum. Man möchte den Besuchern Ruhe, Erholung und Erlebnisse in der Natur bieten. Darüber hinaus hat der Wildpark auch eine lenkende Funktion für Besucher der Schorfheide. Besonders geeignet ist der Park für Familien. Kinder können im Streichelgehege Tiere hautnah erleben, den Nachwuchs bei Ziegen und Schweinen füttern und streicheln und sich danach auf einem großen Spielplatz austoben.
Für Schulklassen wird ein Bildungsprogramm angeboten, ein Labor befindet sich im Aufbau. Zu den Veranstaltungen des Wildparkes gehören außerdem in der Region beliebte Feste und Märkte. Wer sich nach einem Rundgang durch den Park stärken möchte, kann sich am Lagerfeuer ein Stockbrot backen oder sich ein im historischen Backofen hergestelltes Vollkornbrot mit Kräuterbutter, Quark oder Schmalz schmecken lassen. Christoph Becker











