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Vögel an der Küste Neben einem Besuch der spektakulären
Seebären-Kolonie
nördlich von Hientjesbai zählen sicherlich die faszinierenden Beobachtungen der Vogelwelt an der Atlantik-Küste zu den Highlights einer Namibia- Reise.Viele Vogelarten, die in Europa brüten, verbringen
hier den Nordwinter, um an den Geröllküsten und Sandstränden sowie in den Lagunen und Salinen ihre Nahrung zu suchen und vom Schlichtkleid ins Brutkleid umzumausern. Dies sind hier in erster Linie Vertreter
der Limikolen, wie die uns geläufigen Steinwälzer, Kiebitzregenpfeifer, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Kampfläufer und andere, welche allerdings zum Teil ein sehr großes Verbreitungsgebiet besitzen und auch
im südlichen Afrika brüten. Darüber hinaus lassen sich Vertreter der Reiher, Möwen, Pelikane und Flamingos beobachten, die wir zu Hause nicht antreffen können. Sieht man von der nur mit einem Geländewagen
und Genehmigung erreichbaren Sandwich- Lagune vierzig Kilometer südlich von Walvis Bay einmal ab, empfehlen sich als beste Beobachtungspunkte die Uferpromenaden und die Salinen von Walvis Bay am südlichen
Ortsausgang der kleinen Stadt. Hier patroullieren je nach Jahres- und Tageszeit, abhängig vom Stand der Gezeiten, unzählige Vögel an der Wasserkante und im seichten Gewässer. Der seltene Schwarze
Afrikanische Austernfischer, die allgegenwärtige Dominikanermöwe und die in Kolonien lebende Hartlaub’s Möwe sind auf kurze Distanz gut zu fotografieren. Wenig scheue Rosapelikane, die sogar zum Straßenbild
gehören können, machen sich über die Fischabfälle her, welche die Angler nach dem Ausnehmen der Beute ins Meer werfen. Die eindrucksvollsten Erlebnisse jedoch bieten die bis in die Tausenden zählenden Trupps
von Rosaflamingos, unter welche sich eine kleinere Zahl von Zwergflamingos mischen kann. Diese Stelzvögel seihen mit ihren “verkehrt herum” gebogenen Schnäbeln synchron kleine Krebstiere aus dem Flachwasser.
Die so genannten Salinenkrebschen färben durch ihre Unzähligkeit die Salzpfannen rötlich- violett. Ebenso sind sie durch Farbstoffeinlagerung im Vogelgefieder über die Nahrung für den “Rosa”flamingo
verantwortlich.
Fototipps: Das wunderbar weiche
Morgenlicht ist am Strand für Makroaufnahmen ideal. Für die Vogelfotografie wird man allerdings den Nachmittag (sunset 17.45 Uhr) bevorzugen, da mit höherstehender Sonne aufkommendes flirrendes Gegenlicht
sehr ungünstig wird. Wir fuhren südlich von Walvis Bay die Straße bis zum Salzwerk stundenlang in beiden Richtungen ab und bekamen so auf beiden Wegseiten entweder im Streif- oder Mitlicht einige Arten von
Reihern, Möwen, Pelikanen, Flamingos und Limikolen auf den Film. Möchte man aber die unmittelbar angrenzenden Wanderdünen als wunderbar einheitliche, warmfarbige Hintergrundkulisse einsetzen, biegt man am
Salzwerk rechts ab, umrundet die Bucht in den Salinen und fotografiert mit dem Licht im Rücken nach Osten. Leichte Unterbelichtung (-0,7 Blendenstufen ) sättigt nicht nur die Dünenfarben, sondern
durchzeichnet vor allem das zur Überstrahlung neigende Flamingogefieder.Bei Windböen in der Saline wird das Auto längs ausgerichtet; offene Seitenscheiben können manchmal den rüttelnden Winddruck senken. Übernachtet wird dann in den Wanderdünen östlich von Swakopmund (z. B. “Düne
Sieben an der C 14 ). Die endlos langen, primitiven Campingplätze entlang der gesamten Küste sind wegen der ständigen salzigen Brise und des Benguela-Nebels für das Equipment recht riskant.
Die hier gezeigten Bilder entstanden im April 2001 mit Brennweiten zwischen 200 und 800
Millimetern auf Sensia 100, stabilisiert auf einem 3kg schweren Baumwoll- Reissack. Christian Blumenstein, Mai 2001 |